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Die Richterin/Der Richter
 
     
 

Was ist die Aufgabe einer Richterin/eines Richters?
Die Hauptaufgabe der Richterin/des Richters ist die Führung der Hauptverhandlung und die Fällung eines Urteils.
Die Richterin/Der Richter muss die Wahrheit erforschen und alle Tatsachen aufklären, die für die Beurteilung der Tat und der Täterin/des Täters von Bedeutung sind.
Sie/Er ist dazu verpflichtet, ihr/sein Amt unparteilich und unvoreingenommen auszuüben und jeden Anschein der Befangenheit zu vermeiden.
Hegt die Richterin/der Richter nach Durchführung des Beweisverfahrens Zweifel an der Schuld der/des Angeklagten, so hat sie/er sie/ihn freizusprechen.
Kommt die Richterin/der Richter zu dem Schluss, dass die Täterin/der Täter schuldig ist, so hat sie eine angemessene Strafe zu verhängen.
Je nach Schwere der Straftat entscheidet die Richterin/der Richter über den Fall alleine als Einzelrichterin/Einzelrichter oder in einem Schöffensenat gemeinsam mit zwei LaienrichterInnen.

In einem Geschworenenprozess entscheiden hingegen zunächst acht Geschworene über die Frage der Schuld der Täterin/des Täters; daran anschließend entscheiden die Geschworenen gemeinsam mit drei BerufsrichterInnen über die Art und Höhe der Strafe.


Welche Rolle spielt das Gericht im Ermittlungsverfahren?

Auch im Ermittlungsverfahren, das von der Staatsanwaltschaft geleitet wird, kommt der Richterin/dem Richter eine zentrale Bedeutung zu. Bestimmte Ermittlungsmaßnahmen, die stark in die Grundrechte einer Person eingreifen, müssen von einer Richterin/einem Richter genehmigt werden, bevor sie durchgeführt werden dürfen.
Zu diesen genehmigungsbedürftigen Ermittlungsmaßnahmen zählt beispielsweise die Durchführung einer Hausdurchsuchung oder die Telefonüberwachung.
Auch über den Antrag der Staatsanwaltschaft auf Verhängung einer Untersuchungshaft wegen Flucht- oder Verdunkelungsgefahr entscheidet stets das Gericht.