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Strafverfahren
Es ist völlig normal, dass die Beteiligung an einem Strafprozess mit vielen Unsicherheiten und Ängsten verbunden ist. Als Betroffene/r einer Straftat möchte man wissen, was einen erwartet und wie man sich verhalten soll.

In den folgenden Kapiteln finden Sie eine übersichtliche Beschreibung über das österreichische Strafverfahren und die handelnden Personen. Sie bekommen Informationen zur Tätigkeit der Staatsanwaltschaft, zum Lauf der Ermittlungen und zur Gerichtsverhandlung.

Falls Sie weitere Informationen zum Strafverfahren benötigen, kontaktieren Sie bitte den Weissen Ring unter der
Telefonnummer 0810 955 065 zum Ortstarif aus ganz Österreich.

Bitte beachten Sie, dass es für jugendliche Straftäter/innen teilweise besondere Vorschriften gibt, die hier nicht dargestellt werden.
 
 
DAS STRAFVERFAHREN
Die Straftat
Welche Arten von Straftaten gibt es? Im österreichischen Strafrecht gibt es unterschiedliche Arten von Straftaten. Um Ihnen einen Überblick zu geben, erklären wir Ihnen hier die verschiedenen Einteilungen von Straftaten:
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Anzeige erstatten
An wen kann ich mich als Opfer einer Straftat wenden? Wird jemand Opfer einer Straftat, so kann sie/er bei jeder Polizeidienststelle oder bei der Staatsanwaltschaft eine Anzeige erstatten. MitarbeiterInnen einer Opferhilfeeinrichtung können das Opfer dorthin begleiten und in dieser oftmals schwierigen Situation unterstützen.
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Das Ermittlungsverfahren
Was geschieht, nachdem ich eine Anzeige erstattet habe?
Nachdem die Behörden von dem Verdacht einer strafbaren Handlung erfahren haben, zB durch eine Anzeige (siehe dazu: To file charges – Anzeige erstatten), beginnt das sogenannte Ermittlungsverfahren. In dieser Phase soll der Sachverhalt und der Tatverdacht aufgeklärt werden, der sich aus einer Anzeige ergibt. Die Behörden sind verpflichtet die Wahrheit zu erforschen und alle Tatsachen aufzuklären, die für die Beurteilung der Tat und der/des Beschuldigten von Bedeutung sind.
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Ermittlungen abgeschlossen:
Was macht die Staatsanwaltschaft?
Was geschieht nach Abschluss des Ermittlungsverfahrens? Nachdem alle erforderlichen Ermittlungen durchgeführt wurden, hat die Staatsanwaltschaft auf Basis der Ergebnisse zu entscheiden, wie weiter vorzugehen ist. Hierbei sind folgende Varianten zu unterscheiden: der Sachverhalt ließ sich hinreichend aufklären trotz Durchführung aller notwendigen Ermittlungsmaßnahmen blieb unklar, was tatsächlich geschah
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Die Gerichtsverhandlung
Was geschieht nach der Erhebung einer Anklage? Mit Erhebung der Anklage wird der Ermittlungsakt an das Gericht übergeben. Die Richterin/Der Richter übermittelt die Anklage an die Angeklagte/den Angeklagten und setzt dann einen Termin für die Hauptverhandlung fest. Von diesem Termin sind die Angeklagte/der Angeklagte, die Staatsanwaltschaft und das Opfer zu informieren bzw. deren jeweilige VertreterInnen.
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Grundsätze der Hauptverhandlung
Welche Grundsätze gibt es im österreichischen Strafverfahren? Im österreichischen Strafprozessrecht gilt der Grundsatz der Objektivität und Wahrheitserforschung.
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Ihre Ladung zur Hauptverhandlung
Lesen Sie sich die Ladung genau durch (Dokument Ladung) Es ist ratsam, mindestens 25 Minuten vor Ihrem Ladungstermin zu kommen, da es bei der Sicherheitskontrolle zu Verzögerungen kommen könnte.
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Was passiert, wenn ich die Verhandlung versäume?
Grundsätzlich sind Sie als Zeugin/Zeuge bzw. Opfer einer Straftat verpflichtet zu einer Ladung zur Gerichtsverhandlung Folge leisten.
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Im Gerichtssaal
Wenn Sie das erste Mal als Zeugin/Zeuge vor Gericht aussagen müssen, ist es vollkommen normal, wenn Sie nervös oder unsicher sind.
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Ablauf der Verhandlung
Wie kann ich mir den Ablauf einer Gerichtsverhandlung vorstellen? Zu Beginn einer Strafverhandlung ruft die Richterin/der Richter den Fall auf. Alle Beteiligten betreten dann den Saal und nehmen Platz. Wichtig: Die Zeugen müssen draußen warten!
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Ihre ZeugInnenvernehmung
Wie verläuft eine Zeugenvernehmung? Als Zeugin/Zeuge müssen Sie vor dem Gerichtssaal warten, bis Sie aufgerufen werden. Wenn Sie aufgerufen wurden, treten Sie ein und setzen sich auf den kleinen Tisch in der Mitte des Saals, direkt gegenüber der Richterin/des Richters.
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10 Tipps für ZeugInnen und Opfer
Haben Sie keine Angst vor der Vernehmung! Sie sind hier nicht in der Position der Angeklagten/des Angeklagten. Ihre Aufgabe als Zeugin/Zeuge ist es, das zu erzählen, was Sie selber gesehen haben. Hören Sie aufmerksam der Frage zu! Nehmen Sie sich Zeit, bevor Sie antworten!
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Wenn Sie noch Fragen haben
Wenden Sie sich bitte an: Weisser RIng Kriminalitätsopferhilfe Nußdorfer Straße 67/7 A-1090 Wien Tel: 01 / 712 14 05 Fax: 01 / 718 83 74 Email: Office@Weisser-Ring.at Öffnungszeiten: Mo – Do: 9:00-16:00 Uhr, Fr: 9:00-15:00 Uhr oder Opfer-Notruf 0800 112 112 www.opfernotruf.at
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Das Urteil
Wann fällt das Gericht sein Urteil und woraus besteht es? Jedes Strafurteil wird nach Schluss der mündlichen Verhandlung verkündet. Das Gericht gibt bekannt, ob die Angeklagte/der Angeklagte der ihr/ihm angelasteten Tat für schuldig befunden wurde.
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Rechtsmittel gegen ein Strafurteil
Wie kann ein Urteil bekämpft werden? Um die Änderung eines Urteils zu erwirken kann ein Rechtsmittel ergriffen werden. Abhängig davon, welches Gericht das Urteil gefällt hat, stehen verschiedene Arten von Rechtsmitteln zur Verfügung.
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Wer kann ein Urteil bekämpfen?
Sowohl die Angeklagte/der Angeklagte als auch die Staatsanwältin/der Staatsanwalt können alle der aufgezählten Rechtsmittel ergreifen.
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Kann ich als Opfer ein Strafurteil bekämpfen?
Ein Opfer kann ein Urteil nur dann bekämpfen, wenn es sich dem Verfahren mit seinen Schadenersatzansprüchen als Privatbeteiligte/Privatbeteiligter angeschlossen hat und nur insoweit es die von ihr/ihm geltend gemachten Ansprüche betrifft.
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