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Recht auf Information
 
Informationen über den Ablauf und die Inhalte des Strafverfahrens zu erhalten, ist für Betroffene von zentraler Bedeutung. Information schafft Orientierung und damit Entlastung während des Prozesses.


Alle Opfer:
  • Information über Rechte im Strafverfahren
    Jedes Opfer ist vor seiner Vernehmung von der Kriminalpolizei, von der Staatsanwaltschaft und vom Gericht vom Gegenstand des Verfahrens und über seine wesentlichen Rechte im Verfahren sowie über die Möglichkeit, Entschädigungs- und Hilfeleistungen zu erhalten, zu informieren.
  • Freilassung der/des Beschuldigten
    Alle Opfer sind über die Freilassung der/des Beschuldigten aus der Untersuchungshaft zu informieren, wenn sie dies beantragen. Der Antrag ist bei der Justizanstalt zu stellen, wo sich der/die Beschuldigte aufhält. Opferhilfeeinrichtungen können bei der Antragstellung behilflich sein.
  • Einstellung des Verfahrens
    Jedes Opfer ist über die Entscheidung der Staatsanwaltschaft, dass das Ermittlungsverfahren eingestellt wird, zu informieren. Diese Benachrichtigung muss einen Hinweis auf den Grund der Einstellung enthalten sowie das Opfer über die Möglichkeit informieren, binnen 14 Tagen ab Zustellung eine Einstellungsbegründung bzw. binnen weiterer 14 Tage die Fortführung des Strafverfahrens zu beantragen.
  • Abbruch des Verfahrens
    Jedes Opfer muss über die Abbrechung eines Ermittlungsverfahrens, das gegen einen unbekannnten Täter geführt wird, informiert werden. Sobald die unbekannte Täterin/der unbekannte Täter ausgeforscht wurde und das Verfahren fortgesetzt wird, ist auch das Opfer darüber zu informieren.
  • Diversionelle Erledigung
    Das Opfer ist über die Absicht der Staatsanwaltschaft, das Strafverfahren diversionell zu erledigen, zu verständigen, wenn die Täterin/der Täter noch keine volle Schadensgutmachung geleistet hat oder wenn dies sonst zur Wahrung der Opferinteressen geboten erscheint. Vor dem Rücktritt von der Verfolgung hat das Opfer die Gelegenheit, eine Stellungnahme dazu abzugeben (siehe Besondere Verfahrensarten / Diversion).

ACHTUNG!
Opfer einer mit mehr als sechsmonatigen Freiheitsstrafe bedrohten rechtswidrigen Handlung, die eine Körperverletzung oder Gesundheitsschädigung erlitten haben, können Entschädigungsleistungen aus dem Verbrechensopfergesetz (VOG) beantragen. Hier handelt es sich um einen sogenannten staatlichen Opferfonds, der beim Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK) angesiedelt ist und die Funktion hat, Opfern von gewalttätigen Verbrechen Unterstützung zu bieten, wenn keine Entschädigungsleistungen von den StraftäterInnen zu erwarten ist. Voraussetzung ist eine Anzeigebestätigung und ein Antrag beim örtlich zuständigen Bundessozialamt.

Wenn Sie nähere Informationen dazu brauchen, informieren Sie sich bitte hier:

Bundessozialamt

oder wenden Sie sich bitte an:

Weisser Ring Kriminalitätsopferhilfe
 
     
 
 
     
 
Zugang zu passenden Opferhilfeeinrichtungen
Sobald eine Straftat bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft durch ein Opfer angezeigt wird, sind die Behörden ua. verpflichtet, das Opfer über geeignete Opferhilfeeinrichtungen in der Nähe des Wohnortes zu informieren, wo sie kostenlose Information und Unterstützungsleistungen erhalten können. Dies erfolgt meist durch die Aushändigung von Informationsbroschüren, die Sie in der Folge genau lesen sollten.

Falls die Polizei eine Wegweisung oder ein Betretungsverbot gegen den Täter oder die Täterin ausspricht, wird dieses umgehend an das nächst gelegene Gewaltschutzzentrum bzw. die Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie versendet. Spätestens am darauf folgenden Werktag, wird sich eine Mitarbeiterin dieser Einrichtung bei der betroffenen Person aktiv melden, um ihre Unterstützung anzubieten.

Opferschutzeinrichtungen können dem Opfer in psychologischer, sozialer und juristischer Hinsicht erste Unterstützung anbieten.
In Österreich haben die meisten Opferhilfeeinrichtungen Schwerpunkte in der Betreuung verschiedener Opfergruppen (Kinder, Frauen, situative Gewalt, sexueller Missbrauch, Männer), um mit ausreichender Spezialisierung der MitarbeiterInnen den besonderen Bedürfnissen von Opfern gerecht zu werden. Opfer werden insbesondere über die ihnen zustehenden Leistungen nach dem Verbrechensopfergesetz informiert und erhalten Unterstützung bei der Antragstellung und den erforderlichen Behördenwegen.

Auch in psychologischer Hinsicht werden Opfer betreut; im Notfall leisten Opferschutzeinrichtungen wie der Weisse Ring auch kurzfristige, finanzielle Unterstützung (Weisser Ring Kriminalitätsopfer).

Für weitere Informationen über Opferhilfeeinrichtungen in Österreich siehe:
Wo Opfer Unterstützung finden.

 
     
 
 
     
 
Übersetzungshilfe
Jedes Opfer, das die Verfahrenssprache nicht beherrscht, hat das Recht, eine Übersetzungshilfe zu erhalten.

Die Übersetzungshilfe wird zumindest für die Information über die Opferrechte im Verfahren und während den Verhandlungen, an denen das Opfer teilnimmt, gewährt.

Außerdem hat jedes Opfer das Recht auf Akteneinsicht und – soweit es die Verfahrenssprache nicht ausreichend beherrscht – Anspruch auf eine kostenlose Übersetzungshilfe.
Auf diese Weise wird sichergestellt, dass das Opfer auch jene Informationen erhält, die für ihre/seine Mitwirkung unter Umständen relevant sind. Die Akteneinsicht kann jedoch in Ausnahmefällen verweigert oder beschränkt werden, wenn dadurch der Ermittlungszweck oder die unbeeinflusste ZeugInnenaussage beeinträchtigt werden könnte.
 
     
 
 
     
 
Besondere Opfergruppen

Opfer von Gewalt, gefährlicher Drohung oder Beeinträchtigung ihrer sexuellen Integrität sind spätestens vor der ersten Befragung über die Möglichkeit juristische und psychosoziale Prozessbegleitung in Anspruch zu nehmen, zu informieren Proceedings assistance – Prozessbegleitung.

  • Opfer, die in ihrer sexuellen Integrität verletzt worden sein könnten, müssen außerdem vor ihrer ersten Befragung über ihre weiteren Rechte informiert werden, nämlich darüber, dass sie das Recht haben, von einer Person des gleichen Geschlechts vernommen zu werden, dass sie Fragen nach Umständen aus dem höchstpersönlichen Lebenskreis und über Einzelheiten der Straftat, deren Schilderungen für sie/ihn unzumutbar sind, verweigern können, dass sie das Recht auf eine schonende Vernehmung haben und dass die Möglichkeit des Ausschlusses der Öffentlichkeit von der Hauptverhandlung besteht.
  • Information über die Freilassung der/des Beschuldigten
    Im Stadium des Ermittlungsverfahrens sind Opfer, die Gewalt oder gefährlicher Drohung ausgesetzt waren oder in ihrer sexuellen Integrität beeinträchtigt worden sein könnten, von der Freilassung der/des Beschuldigten aus der Untersuchungshaft unverzüglich zu informieren.
  • Wurde die Täterin/der Täter zu einer Freiheitsstrafe verurteilt, sind Opfer, die Gewalt oder gefährlicher Drohung ausgesetzt waren oder in ihrer sexuellen Integrität beeinträchtigt wurden, über ihren Antrag vom ersten unbewachten Verlassen oder der bevorstehenden bzw. erfolgten Entlassung der/des Strafgefangenen zu informieren.Das selbe gilt, wenn eine Beschuldigte/ ein Beschuldigter aus dem elektronisch überwachten Hausarrest (“Fußfessel”) entlassen wird.